Warum Magnesium nicht gleich Magnesium ist: Was hinter braunem Magnesiumoxid steckt

Wer sich intensiv mit der Fütterung des eigenen Pferdes beschäftigt, stößt früher oder später auf den Mineralstoff Magnesium. Ob im intensiven Training, während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst oder einfach zur Ergänzung der täglichen Grundration – Magnesium gehört zu den Klassikern in der Futterkammer.

Wenn man dann allerdings eine Dose Magnesiumoxid öffnet und kein strahlend weißes Pulver vorfindet, sondern ein feines, bräunliches Pulver, stellt sich oft erst einmal Verunsicherung ein.

Ist das normal? Warum sieht dieses Magnesiumoxid anders aus als manch anderes? Ein genauer Blick auf das Herstellungsverfahren bringt Licht ins Dunkel.

Was bedeutet „kaustisch kalziniert“ eigentlich?

Um zu verstehen, wie Magnesiumoxid entsteht, muss man einen Blick auf den Ursprung des Rohstoffs werfen. Ausgangsbasis ist natürlicher Magnesit. Damit daraus eine für das Pferd nutzbare Magnesiumverbindung wird, wird das Gestein thermisch behandelt – diesen Prozess nennt man Kalzinierung. Das Gestein wird dabei kontrolliert erhitzt.

Entscheidend ist hierbei die Temperatur: Bei der sogenannten kaustischen Kalzinierung wird der Rohstoff bei moderaten Temperaturen gebrannt.

Das hat einen ganz praktischen Grund: Durch diese gezielte Wärmebehandlung bleibt die chemische Reaktivität des Rohstoffs erhalten. Für die Tierernährung ist das ein wichtiger Faktor, denn eine hohe Reaktivität sorgt dafür, dass sich das enthaltene Magnesium im Verdauungstrakt des Pferdes gut lösen und verwertet werden kann.

Woher kommt die braune Farbe?

In vielen Köpfen herrscht der Gedanke, dass Mineralstoffe für Tiere strahlend weiß sein müssen. Bei Magnesiumoxid ist die Eigenfarbe jedoch stark vom Ausgangsgestein und der weiteren Aufbereitung abhängig.

Wird der Rohstoff im Anschluss nicht chemisch gebleicht oder künstlich behandelt, behält er seine naturbelassene, bräunliche Eigenfarbe.

Das braune Pulver ist also kein Qualitätsmangel oder ein Zeichen von Unreinheit, sondern schlicht das Ergebnis eines unraffinierten Rohstoffs in seiner ursprünglichen Farbgebung.

Die Rolle von Magnesium im Pferdekörper

Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff, den der Organismus des Pferdes nicht selbst herstellen kann. Er muss daher täglich in ausreichender Menge über das Futter aufgenommen werden.

Im Körper übernimmt Magnesium vielfältige Aufgaben im Rahmen des normalen Stoffwechsels:

  • Muskelstoffwechsel: Es spielt eine Schlüsselrolle bei der normalen Funktion und Entspannung der Muskulatur nach Beanspruchung.
  • Nervenstoffwechsel: Es unterstützt die reibungslose Reizweiterleitung im Nervensystem.
  • Magen-Darm-Bereich: Aufgrund seiner chemischen Eigenschaften wird kaustisches Magnesiumoxid in der Ration auch für seine säurepuffernden Eigenschaften im Magen geschätzt.

Insbesondere bei Pferden im Sport, bei wetterbedingter Unruhe, Fellwechsel oder erhöhtem Stress im Stallalltag kann der tägliche Bedarf schwanken. Eine gezielte Ergänzung der Ration stellt sicher, dass der Mineralstoffbedarf lückenlos gedeckt ist.

Worauf sollte man bei der Fütterung achten?

Magnesiumoxid lässt sich sehr einfach unter das tägliche Futter mischen – am besten klappt das mit leicht angefeuchtetem Kraftfutter, aufgeweichten Heucobs oder Mash, damit das feine Pulver gut haften bleibt.

Wie bei allen Mineralstoffen gilt auch hier: Langsam anfüttern. Beginnen Sie bei empfindlichen Pferden mit einer kleinen Menge und steigern Sie diese über wenige Tage bis zur empfohlenen Tagesdosis. Und wie immer im Stall gilt: Ausreichend frisches Tränkwasser muss dem Pferd jederzeit zur Verfügung stehen.

Fazit

Wenn Ihr Magnesiumoxid braun statt weiß ist, ist das kein Grund zur Sorge. Es zeigt lediglich, dass Sie ein kaustisch kalziniertes Produkt in seiner naturbelassenen Eigenfarbe in der Hand halten – reaktiv, gut verwertbar und ohne unnötige chemische Aufhellung.

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