Zucker im Katzenfutter – Warum er in Guardacid kein Problem ist
Wer sich intensiv mit der Ernährung von Katzen beschäftigt, lernt schnell die Grundregel: Zucker hat im Napf eigentlich nichts zu suchen.
Erkenntnisse aus der Tierernährung – unter anderem durch bekannte Spezialisten wie Dr. Tim Watson – belegen das eindeutig: Katzen sind reine Fleischfresser. Sie besitzen weder Geschmacksrezeptoren für „süß“, noch ist ihr Stoffwechsel darauf ausgelegt, größere Mengen Kohlenhydrate zu verarbeiten. Hohe Zuckermengen im Hauptfutter belasten die Bauchspeicheldrüse und begünstigen Übergewicht sowie Zahnprobleme.
Warum taucht der Begriff dann trotzdem in der Zutatenliste von Spezialpräparaten wie Guardacid auf?
Der Schlüssel liegt im Unterschied zwischen Futterzusatz und technischem Hilfsstoff:
- Kein Füllstoff, sondern Bindemittel: Im Nassfutter wird Zucker leider oft eingesetzt, um Soßen optisch braun und sämig einzudicken. Bei Spezialtabletten wie Guardacid erfüllt er dagegen eine rein technische Funktion. Er dient in kleinsten Spuren als natürliches Bindemittel, damit die Tablette stabil bleibt und der eigentliche Wirkstoff (DL-Methionin zur Harnansäuerung) exakt dosiert werden kann.
- Die Dosis macht das Gift: Wir sprechen hier nicht von Gramm-Mengen, die täglich im Magen landen, sondern von Bruchteilen eines Milligramms. Diese minimale Menge reicht metabolisch gar nicht aus, um den Blutzuckerspiegel der Katze zu beeinflussen oder der Gesundheit zu schaden.
Mein Fazit
Im täglichen Hauptfutter ist Zucker ein unnötiger Füllstoff, auf den man verzichten sollte. Wenn er jedoch bei medizinischen Spezialpräparaten in Winzmengen aus technischen Gründen bei der Herstellung genutzt wird, ist das kein Grund zur Sorge – der gesundheitliche Nutzen des Präparats überwiegt hier um ein Vielfaches.

